"Die optimale Balance beginnt im Pferdemaul!"

 

In der freien Natur verbringen Pferde die meiste Zeit mit der Nahrungssuche und –aufnahme. Neben Steppengräsern werden dabei auch kleine Steinchen, Sand sowie andere Abriebstoffe aufgenommen. Dies bewirkt einen konstanten Abrieb sowohl der Schneide- als auch der Backenzähne, während diese ständig aus den Zahnfächern nachschieben. Scharfe Kanten an den Backenzähnen wurden somit vermieden.

 

Das domestizierte Pferd jedoch verbringt den größten Teil seines Lebens auf Weiden, Paddocks oder Boxen und kann sich somit sein Futter nicht mehr selber suchen. Durch die Fütterung von Heu, Stroh, Getreide und Pellets bleiben die Schneidezähne ungenutzt und können sich somit auch nicht abreiben. Durch die Fütterung von Kraftfutter werden die Backenzähne zwar mehr beansprucht, jedoch verändert sich die Ausrichtung des Kauschlages und das Gebiss wird ungleichmäßig belastet. Durch die zu geringe Abnutzung der Schneidezähne und einseitige Abnutzung der Backenzähne entsteht eine Disbalance im Kauapparat, dessen gesamte Geometrie sich dadurch verschiebt. Dies ermöglicht die Bildung von Haken, Rampen, etc.

 

Dieses Ungleichgewicht kann ohne entsprechender Fütterung und Zahnpflege zu etlichen Problemen und Erkrankungen führen. Chronische Probleme können durch regelmäßige Zahnpflege verhindert werden und es ist somit eine Notwendigkeit für das Wohlbefinden und die Gesundheit und Leistungsfähigkeit unserer Pferde, die Zähne regelmäßig kontrollieren und gegebenenfalls behandeln zu lassen.

 

Folgende Probleme können Hinweise auf Zahnprobleme liefern:

 

Äußerliche Veränderungen:

  • Gewichtsverlust
  • Stumpfes Fell
  • Asymmetrie des Gesichts
  • Schlechter Atem
  • Beulen an Ober- und Unterkiefer oder an der Nase
  • Ausfluss aus Auge, Nase oder Ohren
  • Berührungsempfindlichkeit der Wangen
  • Schwellung in der Kehlkopfgegend
  • Hängende Unterlippe

Leistung & Verhalten:

  • Allgemein schlechte Laune
  • Unterdurchschnittliche Leistung im Vergleich zum Normalzustand/ plötzliche Änderung der Rittigkeit
  • Verwerfen
  • Kopfschlagen beim Reiten
  • Zungenstrecken
  • Gegen das Gebiss kämpfen
  • Nicht durchs Genick gehen
  • Probleme bei Hand- und Galoppwechseln
  • Probleme beim Versammeln
  • Steigen
  • Schwierigkeiten beim Auftrensen und Halftern

Fressverhalten:

  • Große Mengen herausfallenden Kraftfutters
  • Kopfschiefhalten beim Fressen
  • Wickel kauen
  • Erst Heu, dann Hafer fressen
  • Stopfen grosser Mengen Kraftfutter
  • Pfriemen (Aussaugen von Saft und Ausspucken kleiner Heubällchen)
  • Unregelmäßige Kieferbewegungen beim Fressen
  • Sabbern
  • Ändern des Saufverhaltens

Gesundheit & Fruchtbarkeit:

  • Koppen
  • Kolik
  • Lange Fasern im Kot
  • Schlundverstopfung
  • Zähne wetzen
  • vermehrter Speichelfluss
  • Unregelmässige oder ausbleibende Rosse
  • Deckunlust

 

 

 

 

Behandlungsablauf

 

 

Nach der klinischen Voruntersuchung bekommt das Pferd eine leichte Sedierung verabreicht, um eine gute Arbeit im Pferdemaul und eine stressfreie Behandlung für das Pferd zu gewährleisten.

 

Es werden ausschließlich wassergekühlte elektrische Schleifgeräte zum Kürzen der Schneidezähne und der Entfernung von Anomalien der Backenzähne verwendet, um Hitzeschäden an den Zähnen zu vermeiden.

Ein Teil meiner Behandlung wird mit Handraspeln vorgenommen.

 

Zu den Hauptbehandungsbereichen gehören ua.:

  • Korrektur von Schneidezähnen
  • Korrektur von Backenzähnen
  • Extraktion loser Zähne
  • Extraktion von Wolfszähnen
  • Entfernen von Milchzahnkappen
  • Entfernen von Zahnstein

 

Ziel der Zahnbehandung ist es bestmöglich die Kieferbeweglichkeit und –balance und den Kontakt der Zähne wiederherzustellen bzw. zu erhalten.

Dadurch wird die optimale Stellung von Kiefergelenk, Schneide- und Backenzähnen sichergestellt

 

Ist der Kauvorgang zwischen den Schneide- und Backenzähnen nicht ausbalanciert, kommt es zu massiven Problemen im Kiefergelenk. Vor allem bei zu langen Schneidezähnen muss um die Backenzähne in Reibung zu bekommen, ein sehr hoher Kaudruck aufgebaut werden, welcher sich wieder auf das Kiefergelenk auswirkt und dieses schädigt.

Diese Kiefergelenksproblematik kompensieren Pferde über den Bewegungsapparat, welches dann in erster Linie zu muskulären Verspannungen und letztendlich zu Blockaden im Wirbelsäulenbereich führen. Dieser Kiefergelenkstress verursacht bis zu 40% Rittigkeitsprobleme.

 

 © Sandra Fencl (Danke liebe Sandra fürs Ausborgen ;))